Fuerteventura Sehenswürdigkeiten: 13 schöne Plätze

Fuerteventura gilt vielen als Insel der Strände – ein Ort, an dem man die Schuhe auszieht, den Wind im Gesicht spürt und die Zeit vergisst. Doch wer glaubt, die Kanareninsel vor der Nordwestküste Afrikas erschöpfe sich in Badespaß und Sonnenschein, der irrt sich gewaltig. Hinter dem Horizont aus Sand und Atlantik verbirgt sich eine Welt voller Geschichte, Wildnis und stiller Schönheit – eine Welt, die man entdecken möchte, langsam und mit offenen Augen.

Hier sind die 13 Fuerteventura leicht erreichbaren Sehenswürdigkeiten, die kein Besucher verpassen sollte.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

1. Die Dünen von Corralejo – Sand so weit das Auge reicht

Wer zum ersten Mal durch den Parque Natural de Corralejo spaziert, hält unwillkürlich inne. Knapp 2.700 Hektar feiner, heller Sand erstrecken sich über rund elf Kilometer entlang der Nordostküste – die größte Dünenlandschaft der Kanarischen Inseln. Die Dünen wandern, getrieben vom beständigen Wind, der hier nie wirklich aufhört zu wehen. Ihre Form verändert sich täglich, als würde die Insel selbst atmen.

An klaren Tagen schweift der Blick hinüber zu Lanzarote und der kleinen Isla de Lobos. Die Strände darunter schimmern wie karibisches Türkis – das Baden ist herrlich, auch wenn der Wind manchmal zu stark ist, um ins Wasser zu gehen. Kite- und Windsurfer lieben genau das.

📍 Lage: Nordosten Fuerteventuras, La Oliva / Corralejo | Busline 6 bis Bahnhof Corralejo | Parken am Straßenrand der FV-1 möglich

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

2. Pico de la Zarza – Fuerteventuras höchster Gipfel

Im Jandía-Gebirge im Süden der Insel erhebt sich der Pico de la Zarza auf 807 Meter – der höchste Punkt ganz Fuerteventuras. Wer den gut markierten, rund 13 Kilometer langen Wanderweg von Morro Jable aus unter die Füße nimmt, wird mit einem Panorama belohnt, das sich tief ins Gedächtnis brennt.

Die Vulkanlandschaft auf dem Weg nach oben ist karg und zugleich faszinierend – endemische Pflanzen säumen den Pfad, der Himmel wird weiter, und dann, am Gipfel, liegt die gesamte Insel wie ein Relief zu Füßen. Bei außergewöhnlicher Sicht reicht der Blick bis Gran Canaria.

Schwierigkeitsgrad: Mittel | Dauer: ca. 4 Stunden | Beste Jahreszeit: Frühling oder Herbst – im Sommer früh starten und ausreichend Wasser mitnehmen.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

3. Salzmuseum Fuerteventura – eine Reise ins Jahr 1910

In Antigua, an der Ostküste der Insel, öffnet das Museo del Sal eine Tür in eine vergessene Welt. Seit 1910 wird hier Salz gewonnen – auf dieselbe stille, handwerkliche Weise wie damals. Ein Video auf Deutsch führt in die Geschichte ein, danach spaziert man durch die Salinas del Carmen, vorbei an stillen Wasserflächen, die in der Sonne glitzern.

Im kleinen Shop lässt sich das hier gewonnene Salz mit nach Hause nehmen – als essbares Stück Inselgeschichte.

📍 Adresse: Barrio Las Salinas 2, 35610 Antigua | Eintritt: Erwachsene 6 €, Kinder (3–11 J.) 3 € | Öffnungszeiten: Mai–Okt. 10–18 Uhr, Nov.–Apr. 9:30–17:30 Uhr

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

4. Jandia – die Halbinsel der schönsten Strände

Die Halbinsel Jandia im Süden Fuerteventuras ist ein eigenes kleines Universum. Im Osten reihen sich gepflegte Hotelanlagen entlang kilometerlanger Sandstrände – komfortabel, sonnendurchflutet, familienfreundlich. Im Westen und Norden hingegen wartet die wilde, ungezähmte Seite der Insel: rauschender Atlantik, schwarze Felsen, und Strände, an denen man stundenlang allein sein kann.

Surfen, Kitesurfen, Jetski oder einfach liegen lassen – Jandia mit seinem Zentrum Morro Jable bietet alles, was ein echter Kanareurlaub braucht.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

5. Villa Winter – das Mysterium von Cofete

Auf der westlichen Seite der Halbinsel Jandia, erreichbar nur über eine holprige Schotterpiste von Morro Jable aus, steht ein Anwesen, das mehr Fragen aufwirft, als es beantwortet. Die Villa Winter, 1936 vom deutschen Ingenieur Gustav Winter erbaut, liegt einsam in der kargen Landschaft von Cofete – verfallen, geheimnisvoll, unheimlich schön.

War das Gebäude ein Nazi-Versteck? Ein geheimer U-Boot-Stützpunkt? Die Spekulationen halten sich bis heute hartnäckig. Das zweigeschossige Haus mit Turm und verschlossenen Kellerräumen gibt keine Antworten – aber es lädt die Fantasie auf, wie kaum ein anderer Ort auf Fuerteventura.

Hinweis: Die Zufahrt ist nur mit geländegängigem Fahrzeug empfehlenswert – und unbedingt den Versicherungsschutz prüfen.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

6. La Oliva – Kolonialstil und kanarische Kultur

Im Norden Fuerteventuras liegt die Gemeinde La Oliva, benannt nach den Olivenbäumen, die das Ortsbild prägen. Der ehemalige Herrensitz Casa de los Coroneles mit seinen markanten Holzbalkonen und zahlreichen Fenstern ist eines der schönsten Kolonialgebäude der gesamten Insel – heute als Kulturzentrum zugänglich.

Wer Kunst liebt, findet in der Casa Mané wechselnde Ausstellungen kanarischer Künstler. Der großzügige Garten lädt zum Verweilen ein, und die dreischiffige Iglesia de Nuestra Señora de la Candelaria gibt dem Ort sein unverwechselbares Gesicht.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

7. Isla de Lobos – die Insel der Stille

Nur 15 Minuten per Fähre von Corralejo entfernt liegt die Isla de Lobos – knapp fünf Quadratkilometer Naturpark, Vulkangestein und Schweigen. Einst lebten hier Mönchsrobben, die der Insel ihren Namen gaben. Heute sind es Vögel, Eidechsen und gelegentlich ein paar Fischer, die in ihre kleinen Ferienhäuser kommen.

Der 14 Kilometer lange Rundwanderweg führt am Leuchtturm Faro de Martino vorbei, über den Kraterkegel Montaña Lobos und an den Salzwiesen Las Lagunas entlang. Die Bucht Playa las Conchas ist ein stiller Rückzugsort mit feinem Sand – ideal für ein Picknick am Rand der Welt.

Tickets (Hin & Zurück): ab ca. 20 € (Erwachsene), ab ca. 10 € (Kinder), unter 3 Jahren kostenlos

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

8. Playa de Cofete – der schönste einsame Strand der Insel

Elf Kilometer weißer Sand, dahinter die rauen Berge der Halbinsel, davor der donnernde Atlantik. Der Playa de Cofete ist ein Strand, der einem den Atem verschlägt – und ihn gleichzeitig zurückgibt. Hier gibt es keine Hotels, keine Liegestühle, keinen Massentourismus. Nur das Meer, den Wind und das Gefühl, winzig klein zu sein.

Wichtig: Das Baden ist wegen der starken Strömung und Brandung lebensgefährlich und wurde schon oft zum Verhängnis. Den Strand genießt man von der Küste aus – oder bei einem langen Spaziergang bei Ebbe.

Tipp: Wer nachts bleibt, erlebt einen der dunkelsten und klarsten Sternenhimmel Europas – absolute Lichtfreiheit.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

9. Betancuria – die alte Hauptstadt im Herzen der Insel

Bis 1834 war Betancuria die Hauptstadt Fuerteventuras. Heute zählt das Städtchen rund 710 Einwohner und steht als älteste Siedlung der Insel unter Denkmalschutz. Enge Gassen, weiß getünchte Häuser, der Duft von frisch gebrühtem Kaffee aus kleinen Restaurants – hier verlangsamt sich alles.

Die Kirche Santa María de Betancuria ist ein stilles Juwel, zwei Museen erzählen von der Geschichte der Insel. Der Mirador de Morro Velosa, vom Künstler César Manrique gestaltet, bietet einen atemberaubenden Blick über den nördlichen Teil Fuerteventuras.

Tipp: Früh morgens oder außerhalb der Hochsaison besuchen – Betancuria ist touristisch stark besucht.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

10. Oasis Park – Afrika mitten auf Fuerteventura

Dass die Kanaren geologisch zu Afrika gehören, macht ein Besuch im Oasis Park auf der Halbinsel Jandia besonders sinnlich erfahrbar. Auf rund 800.000 Quadratmetern leben hier über 3.000 Tiere aus 250 Arten – Geparden, Nilpferde, Krokodile, Flamingos, Lemuren.

Eine Kamelsafari, Tiershows mit Papageien und Greifvögeln und die direkte Begegnung mit Seelöwen machen den Oasis Park zu einem der besten Ausflugsziele für Familien auf Fuerteventura.

📍Adresse: Ctra. Gral. de Jandia, La Lajita | Eintritt: Erwachsene 41,50 €, Kinder (4–11 J.) 27,50 €, Senioren ab 60 J. 38 € | Öffnungszeiten: Di–So, 9–18 Uhr

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

11. Cuevas de Ajuy – Piratenhöhlen am schwarzen Strand

Im kleinen Fischerort Ajuy an der Westküste, nahe Betancuria, verbergen sich die Cuevas de Ajuy – natürlich entstandene Höhlen, bis zu 600 Meter tief, eingebettet in die schwarze Felsbucht Caleta Negra. Das Zusammenspiel aus dunklem Lavastrand und türkisblauen Wellen ist von einer rohen, unerwarteten Schönheit.

Die Höhlen waren einst Verstecke für Piraten – und die Atmosphäre vor Ort lässt noch heute die Fantasie von Abenteuern und verborgenen Schätzen lebendig werden. Der Eintritt ist kostenlos, festes Schuhwerk jedoch Pflicht.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

12. Pájara – die Kirche mit aztekischen Ornamenten

Wer durch die kleine Gemeinde Pájara schlendert, entdeckt fast beiläufig eines der faszinierendsten Bauwerke der gesamten Insel. Die Kirche Nuestra Señora de Regla besitzt ein steinernes Portal, das mit aztekischen Ornamenten verziert ist – ein kunsthistorisches Rätsel mitten in den Bergen Fuerteventuras.

Im Inneren wartet ein goldener Barockaltar, und die Schutzpatronin Virgen de Regla wird auch in Kuba verehrt. Der belebte Plaza davor, das Wasserschöpfrad, das moderne Rathaus – Pájara ist ein Ort, der sich entfaltet, wenn man ihn sich gehend erschließt.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

13. Costa Calma – der entspannte Süden

Wer Fuerteventura in seiner genussvollen, sonnenwarmen Form erleben möchte, ist in Costa Calma richtig. Der breite, gepflegte Sandstrand, die ruhige Atmosphäre trotz mehrerer Hotelkomplexe, eine Handvoll guter Restaurants und Cafés – hier kommt man an, und bleibt.

Für alle, die es aktiver angehen wollen: Costa Calma gilt als idealer Einsteigerort für Windsurfen und Kitesurfen. Die lokalen Surfschulen nehmen Anfänger behutsam mit auf die Welle.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

Fuerteventura: Mehr als Sand und Sonne

Fuerteventura ist eine Insel mit zwei Gesichtern. Das eine zeigt Strände, Wellenrauschen und Leichtigkeit. Das andere erzählt von Vulkanlandschaften, kolonialer Geschichte, mystischen Villen und einer Natur, die noch original geblieben ist.

Wer sich auf beide Gesichter einlässt, kehrt mit Erinnerungen zurück, die länger halten als ein Sonnenbrand.