Mirador de Barlovento – Wo Fuerteventura am wildesten ist
Wer die zahmen Touristenstrände hinter sich lässt und tiefer in den Naturpark Jandía eindringt, dem öffnet sich irgendwann eine Welt, die scheinbar aus der Zeit gefallen ist. Auf rund 220 Metern Höhe, am äußersten westlichen Zipfel der Halbinsel Jandía, erhebt sich der Mirador de Barlovento – ein Aussichtspunkt, der keine großen Worte braucht. Hier spricht die Landschaft für sich.
Ein Panorama, das sprachlos macht
Der Blick, der sich von hier oben entfaltet, ist von seltener Weite. Rund 10 Kilometer wilder Küstenstreifen ziehen sich in die Tiefe – gesäumt von den menschenleeren Stränden Playa de Cofete und Playa de Barlovento. Kein Sonnenschirm, kein Liegestuhl. Nur schwarze Klippen, weißer Schaum und das dumpfe Donnern der Atlantikwellen, die unermüdlich gegen das Ufer brechen.
Man muss nicht lange stehen, um zu verstehen: Diese Buchten sind für einsame Wanderungen wie geschaffen – für alle, die ursprüngliche Natur auf Fuerteventura suchen und dem Alltag endgültig entkommen wollen.
Zwischen Meer und Gebirge
Eingerahmt wird das Panorama vom Macizo de Jandía, dem mächtigen Gebirgsmassiv, das der Halbinsel ihr raues Rückgrat verleiht. An den steil aufragenden Felswänden stauen sich bisweilen Wolken, die dem Bild etwas Dramatisches geben. An klaren Tagen wandert der Blick ganz hinauf zum Pico de la Zarza – mit 807 Metern der höchste Gipfel der Insel und ein stiller Zeuge über allem.
Das Zusammenspiel aus Meer, Brandung und Bergkulisse macht den Mirador Barlovento Fuerteventura zu einem der eindrucksvollsten Aussichtspunkte auf Fuerteventura überhaupt – und zu einem der am wenigsten überlaufenen.
Anfahrt zum Mirador de Barlovento
Die Fahrt dorthin ist selbst schon ein Erlebnis. Von Morro Jable folgt man einer Nebenstraße in Richtung Nordwesten – durch eine karge, fast mondsüchtig wirkende Landschaft, die immer karger und stiller wird. An der Weggabelung biegt man rechts ab, und nach wenigen weiteren Kilometern taucht er auf der linken Seite auf: der Aussichtspunkt Mirador de Barlovento, unspektakulär beschildert, aber von unvergleichlicher Wirkung.
Wer Fuerteventura abseits der Touristenpfade erleben möchte, sollte diesen Ort nicht auslassen. Er ist kein Instagram-Hotspot. Er ist etwas Selteneres: ein Ort, der in Erinnerung bleibt.
