Wetter Fuerteventura – Die Insel des ewigen Frühlings

Man könnte meinen, auf dem gleichen Breitengrad wie die Sahara müsse man sich auf sengende Hitze gefasst machen. Doch wer zum ersten Mal auf Fuerteventura landet, erlebt eine angenehme Überraschung: Das Klima auf Fuerteventura ist mild, trocken und erstaunlich beständig – ein Geschenk der Natur, das die Insel zu einem der beliebtesten Reiseziele Europas macht.

Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

Der Passatwind – das Herzstück des Fuerteventura-Klimas

Es ist der Nordost-Passatwind, der die Weichen für das Wetter auf Fuerteventura stellt. Er weht beständig vom Atlantik herüber und hält die trocken-heiße Wüstenluft der afrikanischen Küste auf Abstand. Gleichzeitig sorgt er für eine angenehm niedrige Luftfeuchtigkeit – man atmet leicht, man bewegt sich leicht.

Über dem Ozean nimmt der Passatwind Feuchtigkeit auf. Die regentragenden Wolken steigen im Sommer auf etwa 800 Meter, im Winter auf rund 1.400 Meter. Da der höchste Punkt Fuerteventuras – der Pico de la Zarza – gerade einmal 807 Meter misst, gleiten die Wolken über die Insel hinweg, ohne sich zu entladen. Der Regen fällt anderswo.

Das Ergebnis ist jene karge, steinige Landschaft, die so viele fasziniert: weite Ebenen, rotbraune Lava, endlose Sanddünen. Und daneben: über 3.000 Sonnenstunden im Jahr.

Das Azoren-Hoch und der Kanarenstrom

Zwei weitere Kräfte formen das Klima der Kanaren: das Azoren-Hoch und der Kanarenstrom.

Das Azoren-Hoch bringt vor allem im Frühjahr und in den Sommermonaten strahlend sonnige Verhältnisse über den gesamten Archipel. Man liegt am Strand, schaut in einen makellosen Himmel und versteht, warum man dieses Eiland schon in der Antike das Land der Seligen nannte.

Der Kanarenstrom wiederum – entstanden aus der Verbindung des kalten arktischen Laboratorstroms mit dem warmen Golfstrom – zieht in südwestlicher Richtung an den Inseln vorbei und wirkt wie eine natürliche Klimaanlage. Er verhindert, dass die Temperaturen dauerhaft zu extremen Höhen klettern. Dennoch: In den Sommermonaten Juli und August kann das Thermometer auf Fuerteventura durchaus auf über 35 Grad Celsius steigen – an solchen Tagen sucht man besser den Schatten.

Temperaturen Fuerteventura – mild das ganze Jahr

Was das Wetter auf Fuerteventura so besonders macht, ist seine Konstanz. Die Fuerteventura Temperaturen schwanken kaum. Die Tagestemperaturen liegen das ganze Jahr über im angenehmen Bereich – selbst in den Wintermonaten Dezember und Januar hält sich das Thermometer bei durchschnittlich 21 bis 22 Grad Celsius. Frost und Schneefall? Unbekannte Begriffe auf dieser Insel.

Die Nachttemperaturen fallen auf 15 bis 16 Grad im Winter, steigen im Hochsommer auf 20 bis 21 Grad. Wer abends am Strand sitzt und zusieht, wie die Sonne ins Meer taucht, braucht bestenfalls ein leichtes Tuch um die Schultern.

Auch die Wassertemperaturen laden das ganze Jahr zum Baden ein: Im Winter kühlt das Meer auf rund 18 bis 19 Grad ab, im Spätsommer erreicht es angenehme 22 bis 24 Grad Celsius. Selbst im Dezember zieht es viele noch ins Wasser.

Klimatabelle Fuerteventura

Klima Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Ø Tagestemperatur °C 21 21 22 24 24 25 28 29 27 26 24 22
Ø Nachttemperatur °C 15 15 15 16 17 18 20 21 20 19 18 16
Ø Wassertemperatur °C 19 18 18 18 19 20 21 22 23 23 21 20
Ø Sonnenstunden/Tag 6 7 7 8 9 10 11 11 8 7 6 5
Ø Regentage/Monat 5 4 3 2 1 1 0 0 1 4 5 6
Sanddünen von Jandía auf Fuerteventura

Niederschlag auf Fuerteventura – Wüstentrockenheit am Atlantik

Wer Regen kennenlernen möchte, ist auf Fuerteventura an der falschen Adresse. Die Niederschlagsmenge liegt insgesamt bei kaum mehr als 150 Millimetern pro Jahr – zum Vergleich: In Berlin fallen über 570 Millimeter. Selbst in den vergleichsweise regenreichen Wintermonaten verzeichnet man statistisch nur 3 bis 6 Regentage pro Monat. Im Sommer geht die Zahl gegen null.

Diese Trockenheit hat Konsequenzen. Die Insel wirkt karg, fast mondlandschaftlich – und sie leidet unter chronischer Wasserknappheit. Die Inselbewohner begegnen diesem Problem seit Jahrzehnten mit Meerwasserentsalzungsanlagen, die einen Großteil des Trinkwassers produzieren.

Gelegentlich allerdings – und das ist der dramatische Aspekt eines sonst so berechenbaren Klimas – können binnen eines einzigen Tages 10 bis 20 Prozent der jährlichen Niederschlagsmenge fallen. 15 bis 30 Millimeter in wenigen Stunden, dann Sturzbäche in ausgetrockneten Flussbetten, sogenannten Barrancos. Solche Ereignisse sind selten, aber eindrücklich.

Kalima – wenn die Sahara zu Besuch kommt

Das beeindruckendste und zugleich herausforderndste Wetterphänomen auf Fuerteventura trägt einen Namen, den man einmal gehört hat und nicht mehr vergisst: Kalima.

Der Kalima ist ein heißer, trockener Sandsturm aus der Sahara, der in den Sommermonaten über den Atlantik getragen werden kann und Fuerteventura in einen orange-braunen Dunst taucht. Er bringt Luft mit, die rund 10 Grad Celsius wärmer ist als gewöhnlich – und er bringt feinen Wüstensand mit, der sich in jede Ritze schleicht.

Die Sichtweite sinkt auf unter 100 Meter. Die Luft schmeckt nach Erde. Kinder und Menschen mit Atemproblemen oder Asthma sollten sich bei einem Kalima-Ereignis nicht im Freien aufhalten. Ein solches Wetterereignis kann bis zu vier Tage andauern.

Bisweilen trägt der Wind auch Heuschreckenschwärme vom afrikanischen Festland herüber – ein Bild wie aus einem biblischen Gemälde, das man sich kaum vorstellen kann, bis man es selbst erlebt.

Beste Reisezeit für Fuerteventura

Man kann Fuerteventura eigentlich das ganze Jahr bereisen – das ist das große Versprechen dieses Klimas. Doch je nach Vorliebe gibt es klare Empfehlungen.

Die beste Reisezeit für Fuerteventura beginnt im März und reicht bis in den November. In diesen Monaten sind die Temperaturen warm bis heiß, die Sonnenstunden zahlreich, das Meer einladend. Die warme Periode dauert auf Fuerteventura und Lanzarote im Durchschnitt einen Monat länger als auf den westlicheren Schwesterinseln Gran Canaria oder Teneriffa.

Wer Wandern auf Fuerteventura oder Radtouren plant, sollte das Frühjahr bevorzugen. Nach den Winterregen zeigt sich die Insel von ihrer grünsten Seite – ein kurzes, zauberhaftes Intermezzo, bevor die Sonne alles wieder in Gold und Braun taucht.

Für Windsurfer und Kitesurfer gilt: Fuerteventura ist zu jeder Jahreszeit ein Paradies. Der beständige Nordost-Passatwind macht Spots wie Sotavento, Corralejo oder den Flag Beach zu Mekkas des Wassersports.

Selbst im Winter auf Fuerteventura lohnt sich die Reise. Temperaturen um die 20 Grad, wenig Touristen, günstigere Preise – und das stille Glück, morgens allein am Strand zu stehen, das Meer zu hören und zu spüren, dass der ewige Frühling kein Versprechen ist, sondern gelebte Wirklichkeit.