Casa Mané – Wo Stein, Metall und Farbe auf Fuerteventuras Norden treffen
Wer einmal durch den Norden Fuerteventuras streift, stößt östlich des verschlafenen Dorfes La Oliva auf ein Anwesen, das aus dem kargen Lavastein der Insel hervorzuwachsen scheint: das Casa Mané, eines der bemerkenswertesten Kunstzentren auf Fuerteventura.
Ein Herrenhaus mit Geschichte – das Centro de Arte Canario
Das imposante Gebäude wurde im 19. Jahrhundert errichtet und trägt noch heute die Würde eines kanarischen Herrenhauses. Seit den 1990er Jahren beherbergt es das Centro de Arte Canario – entstanden aus der privaten Initiative des Kunstmäzens Manuel Delgado Camino, dessen Spitzname Mané dem Haus seinen klangvollen Namen gab.
Sein Ziel war es, kanarischen Künstlern eine Plattform zu schaffen – nicht nur auf Fuerteventura, sondern auch auf internationaler Ebene. Eine Vision, die man bis heute in jedem Raum spürt.
72 Metallziegen und ein Ziegenhirt im Wind
Bereits beim Betreten des skulpturenreichen Gartens hält man inne. Zwischen Lavagestein und Sonnenlicht stehen 72 individuell gestaltete Metallziegen – geschaffen vom katalanischen Künstler Albert Argulló, der 28 Jahre auf Fuerteventura lebte. Argulló war Mitglied der Künstlergruppe Grup d’Elx, und seine eindrucksvollste Skulptur zeigt den legendären Ziegenhirten Majohoré, der im Wind drehende Mobiles in den Händen hält. Ein Bild, das man so schnell nicht vergisst.
Kunst im Untergeschoss – surreal, humoristisch, zeitlos
Tiefer im Haus, in langgezogenen unterirdischen Räumen, in die das Tageslicht kaum vordringt, begegnet man den Werken von Alberto Manrique de Lara – 1926 auf Gran Canaria geboren. Seine frühen Arbeiten atmen den Geist des Surrealismus, während spätere Werke humoristische und philosophische Züge tragen. Ein Gang durch diese Räume gleicht einem stillen Gespräch mit der Zeit.
Feuer, Farbe und Weltrang – Malerei auf höchstem Niveau
Wer Malerei liebt, findet im Casa Mané Kunstzentrum kraftvolle, farbintensive Aktmalereien von Mario Antígono – feurig, direkt, unverkennbar. Daneben hängen Werke von Pepe Dámaso, einem auf den Kanaren geborenen Künstler, dessen Malerei, Plastiken und Skulpturen an Picasso und Salvador Dalí erinnern, dabei aber eine ganz eigene Sprache sprechen. Selbstverständlich finden sich auch Exponate des weltbekannten lanzarotischen Künstlers César Manrique in den Ausstellungsräumen.
Kunstkauf, Café und Buchhandlung – mehr als ein Museum
Das Casa Mané ist kein Museum im klassischen Sinne. Wer möchte, kann das eine oder andere Exponat als Souvenir mit nach Hause nehmen. Eine angeschlossene Buchhandlung lädt zu kunstbezogener Lektüre ein, und eine kleine Cafeteria sorgt für eine angenehme Pause zwischen den Eindrücken. Der Eintritt ist kostenlos – eine seltene Großzügigkeit, die man gerne annimmt.
Kombinierbar mit La Casa de los Coroneles
Nur wenige hundert Meter entfernt wartet das Herrenhaus La Casa de los Coroneles, eine weitere historische Sehenswürdigkeit La Olivas. Eine Kombination beider Besuche lohnt sich ausdrücklich.
Besucherinformationen
| Adresse | Calle Salvador Manrique de Lara s/n, E–35640 La Oliva |
| Telefon | +34 928 868 233 |
| Mobil | +34 616 531 930 |
| Website | www.centrodeartecanario.com |
| Öffnungszeiten | Mo–Fr 10:00–17:00 Uhr, Sa 10:00–14:00 Uhr |
| Eintritt | Kostenlos |
