Faro de Jandía – Wo Fuerteventura ins Meer versinkt
Am westlichsten Zipfel der Halbinsel Jandía, dort, wo der Atlantik mit ungebändigter Kraft gegen die Felsen donnert, erhebt sich ein stiller Wächter aus dem rauen Gestein: der Faro de Jandía. Wer diesen Leuchtturm auf Fuerteventura einmal gesehen hat, vergisst ihn nicht mehr.
Ein Leuchtturm mit Geschichte
Seit 1864 tut der Leuchtturm Faro de Jandía seinen Dienst – und ist bis heute aktiv. Am westlichsten Punkt Fuerteventuras gelegen, markiert er das absolute Westende der Insel. Eine moderne Solaranlage versorgt den Turm heute mit Energie und lässt ihn im Einklang mit der kargen, unberührten Natur seiner Umgebung weiterleuchten.
Museum am Ende der Welt
Seit August 2009 ist der Leuchtturm für die Öffentlichkeit zugänglich. Im Inneren erwartet einen eine faszinierende Wanderausstellung zur Meeresbiologie rund um Fuerteventura. Das eigentliche Herzstück des kleinen Leuchtturm-Museums: das Skelett eines gestrandeten Pottwals, das majestätisch von der Decke hängt. Fotografien und Informationstafeln erzählen vom Leben der Meeresbewohner des Atlantiks – eindringlich, nah und berührend.
Aussicht, die sprachlos macht
Vom Areal des Faro de Jandía schweift der Blick über eine Landschaft, die jeden Gedanken an die Zivilisation vertreibt. Karge Hügel, wildzerrissene Küstenlinie, der weite Horizont des Atlantischen Ozeans – man meint unweigerlich, am Ende der Welt angelangt zu sein.
Naturspektakel: Regenbögen über den Wellen
Wenn ein ablandiger Wind über die hereinbrechenden Wellen des Atlantiks fegt, entstehen über den Wellenkämmen Lichtbögen in den Regenbogenfarben – ein Naturschauspiel, das man so schnell nicht vergisst und das den Jandía-Leuchtturm zu einem der beeindruckendsten Fotomotiven Fuerteventuras macht.
Wichtiger Hinweis: Kein Baden!
So verlockend die Kulisse auch sein mag – vom Baden entlang dieses Küstenabschnittes ist dringend abzuraten. Die Strömungsverhältnisse an der Landspitze Jandía sind lebensgefährlich. Das Meer ist hier Spektakel – kein Badestrand.
El Puertito: Die kleine Oase in der Nähe
Wenige Kilometer östlich des Leuchtturms liegt die winzige Siedlung El Puertito (auch: Puertito de la Cruz). Ein kleines Café lädt ein, den Besuch am Leuchtturm bei einem Kaffee in traditioneller Atmosphäre ausklingen zu lassen – ein bescheidener, aber echter Moment kanarischer Gastfreundschaft.
Anfahrt zum Faro de Jandía
Von Morro Jable aus führt eine Nebenstraße in westlicher Richtung – vorbei am Gran Valle und an El Puertito – zum Leuchtturm. Die Straße zum Faro de Jandía ist auf dem letzten Abschnitt mitunter nicht asphaltiert, weshalb ein geländegängiges Fahrzeug oder zumindest etwas Geduld empfehlenswert ist. Doch wer diese mühsame Strecke auf sich nimmt, wird mit einem der einsamsten und schönsten Orte Fuerteventuras belohnt.
